03.09.2026
Sektionsfahrt zur Dortmunder Hütte vom 03. – 06. September 2026
Die Sektionsfahrt des DAV Gunzenhausen führte heuer zur Dortmunder Hütte (Nähe Kühtai, Tirol) – einer Hütte, die tatsächlich mit einem Reisebus erreicht werden kann. Um 7 Uhr ging's los am Parkplatz Stadthalle. Busfahrer Herrmann hatte für ausreichend Getränke gesorgt, so dass alle gut gestärkt am Ziel ankamen.
Nach dem Einchecken stand gleich eine kleine Eingehtour zur Dreiseenhütte an; auch um etwas zu testen, für welche „Leistungsgruppe“ man sich am nächsten Tag am besten entscheiden sollte.
Die Wanderleiter Jürgen Wiedemann, Jochen Miller und Richard Ulrich hatten für jeden Tag unterschiedlich schwere Touren vorbereitet.
So starteten am Freitaq früh drei Gruppen bei herrlichstem Wetter: Jochen mit einer anspruchsvollen Grattour auf den Zwölferkogel, Richard zu einer langen Tour auf den 3000er Sulzkogel und Jürgen zu einer abwechslungsreichen Almwanderung auf dem Kaiser-Franz-Josef-Weg.
Die zwei Mann starke Kraxelgruppe auf den Zwölferkogel startete zusammen mit den Sulzkogel-Aspiranten um 8 Uhr an der Dortmunder Hütte. Von dort ging es über den Silzer Energieweg auf „die Mut“, wo sich die beiden Gruppen trennten.
Nach dem kleinen Zwölferkogel begann die eigentliche Kraxeltour, welche bei besten Bedingungen der pure Genuss war. Die Wegfindung des im unteren Teil recht steilen Grates musste – mangels Markierungen – intuitiv erfolgen. Die Schwierigkeiten lagen überwiegend im I. und II. Grad, aber auch eine IIIer Stelle musste seilfrei geklettert werden.
Nach einer kurzen Gipfelrast auf 2988 m mit traumhafter Aussicht erfolgte der Abstieg weiterhin weglos über Geröll, Blockwerk und schrofiges Gelände unterhalb der Mittagsköpfe zum Sulzkogel Normalweg und am Speicher Finstertal zurück zur Hütte.
Die Sulzkogelgruppe wanderte über den Staudamm des Finstertalspeichers und dann bis ans Ende des Sees. Ab hier ging es durch Geröll und Blockwerk, aber immer auf gut markiertem Weg hinauf auf den Sulzkogel mit 3016 m Höhe. Von dort bot sich eine wunderbare Rundumsicht bei besten Bedingungen. Selbst der Großglockner war an diesem Tag deutlich zu erkennen. Nach Gipfelbild und kurzer Rast folgte der Abstieg auf gleichem Weg. An einem kleinen Wasserfall wurde noch mal ordentlich Pause gemacht. Zum Schluss durfte ein kleiner Abstecher zur Dreiseenhütte nicht fehlen.
Bei schönstem Sonnenschein startete die Wandergruppe unter der Leitung von Jürgen mit 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern direkt an der Dortmunder Hütte.
Die Tour führte zunächst über den Kaiser-Franz-Josef-Weg in Richtung Feldringalm. Die herrliche Berglandschaft und das sonnige Wetter sorgten von Beginn an für beste Stimmung. Unterwegs blieb natürlich auch genügend Zeit, die beeindruckende Landschaft zu genießen und die Gemeinschaft innerhalb der Gruppe zu pflegen.
Bei einer gemütlichen Einkehr stärkten wir uns mit typischen Tiroler Spezialitäten, unter anderem mit Kaiserschmarrn und Speckknödeln mit Blick in das Inntal. Gut gestärkt ging es anschließend auf dem gleichen Weg zurück. Ein kleiner Abstecher zur Issalm rundete den gelungenen Wandertag ab.
Nach dem Abendessen war gemeinsames Singen angesagt, das von Günther und Stefan mit Gitarren begleitet wurde.
Am Samstag früh war - wie angekündigt – der Himmel wolkenverhangen und es blies ein kräftiger Wind. Da es morgens aber nicht regnete, wurde entschieden all Touren wie geplant durchzuführen.
Die Gruppe um Jochen startete zu dritt zusammen mit der Neunerkogelgruppe wieder um 8 Uhr mit einer kurzen Busfahrt bis zur ersten Lawinengalerie Richtung Innsbruck.
Durch das Klammbachtal wanderten wir bis zum Kreuzjoch und bestiegen von dort aus den Mitterzeigerkopf 2628 m. Da es beim gesamten bisherigen Aufstieg immer wieder geregnet hatte, entschieden wir uns schweren Herzens, den für uns reizvollsten Teil der Tour über Kreuzjochkogel und Bachwandkopf aus Sicherheitsgründen auszulassen. Die Kraxelei im Schrofengelände bei nassem Gras und glitschigen Felsen war nicht zu verantworten. Den Rietzer Grieskogel 2884 m erreichten wir trotzdem auf Umwegen. Der Gipfelaufbau wurde unter Zuhilfenahme der Hände über leichtes Felsgelände erreicht. Der Abstieg erfolgte auf bekanntem Weg zur Lawinengalerie und diesmal zu Fuß zurück zur Hütte.
Richard hatte für diesen Tag die Überschreitung des Pirchkogels (2828 m) geplant. Dazu musste zuerst über die Skihänge direkt hinter der Hütte aufgestiegen werden. Ein paar Regentropfen konnten uns nicht aufhalten und so erreichte die Gruppe um 11.30 Uhr den Gipfel, der leider völlig im Nebel war. Wir hielten uns nicht lange auf, denn der Wind war heftig und einige hatten bereits alles angezogen, was sie in den Tiefen ihres Rucksackes finden konnten. Dabei überraschte eine Teilnehmerin mit immer neuen farblich perfekt aufeinander abgestimmten Kleidungsstücken.
Beim Abstieg fand sich ein windgeschützte Stelle für eine schöne Pause – nun auch mit Aussicht auf das Inntal, die Mieminger Berge und die Lechtaler Alpen.
Über weite Wiesenböden mit weidenden Pferden wurde abgestiegen bis zum Gasthof Marlstein, wo wir ausgiebig Pause machten. Über den Kaiser-Franz-Josef-Weg gelangten wir zurück zur Dortmunder Hütte.
Am Samstag machten sich 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Jürgen auf den Weg zur Drei-Seen-Runde.
Die abwechslungsreiche Bergwanderung führte vorbei an den eindrucksvollen Seen der Kühtaier Bergwelt. Ein besonderer Höhepunkt war die Einkehr in der Drei-Seen-Hütte, bevor die Wanderung weiter in Richtung Neunerkogel führte.
Nach dem weiteren Tourenverlauf und dem Aufenthalt in der beeindruckenden Hochgebirgslandschaft ging es wieder talwärts. Über die Finstertal-Staumauer führte der Weg zurück Richtung Kühtai und schließlich zur Dortmunder Hütte.
Auch an diesem Abend gab es nochmal auf besonderen Wunsch ein Mitsingkonzert von Günther und Stefan, an dem sich spontan einige Pfadfinderinnen aus München beteiligten.
Am Sonntag stand nach dem Packen noch eine Tour auf dem Programm. Um 08.00 Uhr brach die ganze Gruppe bei wieder herrlichem Wetter auf, um über den Knappenweg zur Balbach Alm zu wandern. Zunächst führte der Weg leicht abwärts, bevor auf steilem Steig die verlassene Obere Issalm erreicht wurde. Dort warteten einige Schottische Hochlandrinder, die sich auch gerne fotografieren ließen. Fast eben ging es durch schöne Zirbenwälder, immer begleitet vom grä-grä der vielen Tannenhäher. Auf der gut besuchten Balbach-Alm konnte sich jeder stärken, bevor die letzten 45 min talwärts nach Ochsengarten anstanden. Unten wartete bereits der Bus. Nach kurzer Erfrischung im Bach gings auf die Rückreise – diesmal über Fernpass und Garmisch.
Am Autobahnsee bei Augsburg wurde nochmal eingekehrt, bevor die Sektionsfahrt 2026 zu Ende ging.
Alle Tage boten eine schöne Mischung aus Bergwandern, Naturerlebnis und geselligem Beisammensein. Besonders erfreulich war die gute Stimmung innerhalb der Gruppen und die Möglichkeit, gemeinsam die beeindruckende Bergwelt rund um Kühtai zu erleben.
Der Sektionsausflug 2026 wird sicherlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.