© Jochen Miller

Zugspitztour vom 26.-28.06.2026

26.06.2026

Bereits Freitag früh machte sich die 6er-Gruppe, die noch den großen Waxenstein (2276 m) besteigen wollte, auf den Weg. Vier Bergsteiger aus Gunzenhausen und Pappenheim und zwei aus dem Raum Neumarkt trafen sich nach einem angenehm kühlen Aufstieg von Grainau (750 m) durch die beeindruckende Höllentalklamm auf der Höllentalangerhütte (1381 m).

Nach kurzer Rast erklomm die Gruppe über steile und ausgesetzte Grasschrofenhänge, vorbei an der Quelleinfassung der Höllentalangerhütte durch wildes, alpines Gelände den Einstieg in die Waxensteinrinne. Hier entschieden sich drei der Bergsteiger, den gr. Waxenstein in stellenweise II-er Kraxelgelände zu besteigen, die anderen drei – auch auf Grund der großen Hitzebelastung – stiegen direkt über den Schaftsteig Richtung Riffelscharte ins Höllental zurück zur Hütte ab.

Bei einigen Kaltgetränken auf der Hüttenterrasse vertrieben wir uns die Zeit bis zur Ankunft der noch fehlenden 4er-Gruppe aus Gunzenhausen. Nach herzlicher Begrüßung und gemeinsamem Abendessen verabschiedeten sich viele Teilnehmer schon deutlich vor der Hüttenruhe von 22 Uhr. Verständlich, denn wir hatten uns darauf geeinigt, wegen der vorhergesagten großen Hitze schon um 4 Uhr zu starten.

Samstag: Pünktlich standen acht Teilnehmer mit Klettersteigausrüstung und Stirnlampen im Dunkeln vor der Hütte. Richtung Talschluss markierten bereits viele Frühaufsteher mit ihren Stirnlampen wie Glühwürmchen den weiteren Weg. Nachdem Leiter und Brett (Klettersteig) überwunden waren, konnte Richtung Garmisch ein grandioser Sonnenaufgang bestaunt werden. Über dem grünen Buckel erreichten wir den noch überwiegen schneebedeckten Höllentalferner. Dank der angelegten Steigeisen war der sich zur Randkluft aufsteilende Ferner gut zu überqueren. Nach kurzer Umbau- (Steigeisen) und Wartezeit gelang der Übergang in den Klettersteig, wobei die ersten senkrechten 20 m sehr anstrengend waren. Der Rückblick auf die Anmarschroute zeigte, wie wichtig die frühe Startzeit war. Weit mehr als 100 Personen waren bereits auf oder näherten sich dem Gletscher. Im restlichen Klettersteig bis zum Gipfel (2962 m) stellte sich immer mehr die Hitze als größte Herausforderung dar. Auf dem Gipfelplateau dann der Kulturschock, konfrontiert mit hunderten von Seilbahntouristen, von denen viele den Weg zum Gipfelkreuz blockierten.

Nach einer Erholungspause machten wir uns auf den Weg zur alten Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn. Hier zweigt der leichtere Stopselzieher-Klettersteig Richtung Wiener-Neustädter-Hütte ab. Das geröllige Gelände verlangte allerdings nochmals volle Konzentration, was durch den frühen Start und die schon in der prallen Sonne geleisteten Aufstiegshöhenmeter erschwert wurde. Am frühen Nachmittag erreichten alle erschöpft aber glücklich die Erholung versprechende Hütte.

Die zwei Teilnehmer, welche sich schon Wochen vorher gegen eine Besteigung der Zugspitze ausgesprochen hatten, starteten erst nach dem Frühstück auf dem Rinderweg zum Osterfelderkopf (2033 m), welchen sie in einem komplett schattigen Aufstieg erreichten. Über den Bernadeinsteig ging es ebenfalls größtenteils schattig zur Unterkunft des heutigen Tages, dem Kreuzeckhaus (1650 m).

Sonntag: Vom Kreuzeckhaus zurück über die schattigen Serpentinen des Jägersteigs zum Eingang des Höllentales. Die acht von der Wiener-Neustädter-Hütte mussten auf Grund einer schon vorher bekannten Sperrung des Bayersteiges - zum Glück ebenfalls überwiegend schattig - nach Ehrwald absteigen und von dort mittels Bahn und eines halbstündigen Fußmarsches zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Ausklingen ließen wir das sehr schöne und erfolgreiche Wochenende mit einem deftigen frühen Abendessen und einigen Märzen im Wettelsheimer Keller.

Großer Waxenstein

Leiter

Brett

Gruppenfoto auf Gletscher

Randkluft

Einstieg

Klettersteig

Stopselzieher

Abschluss im Wettelsheimer Keller